Das Dampfzeitalter dauerte ganze 28 Jahre, vom 15.10.1883 bis am 12.6.1911.
Total wurden 14 Loks in vier unterschiedlichen Bau-Typen unterteilt, in Dienst gestellt.
Die Loks waren eher kurz, hatten aber einen grossen Kesseldurchmesser.
Die zum Teil sehr steilen Abschnitte bis 39 Promille! verlangten nach grosser Zugkraft, Geschwindigkeit spielte eine untergeordnete Rolle.
Als Besonderheit erhielten die STB-Dampfrösser als Erste in Europa, elektrische Lampen nach System Stone.
Die Maschinen veliessen das Tal 1912, die bis dahin nicht veräusserten Loks wurden in der Remise Aarburg bis zum Verkauf remisiert da man für die Elektrotriebwagen, Platz brauchte.
Sie wurden z.T ins Ausland nach Italien und Frankreich verkauft.
Eine Einzige ist der Nachwelt erfreulicherweise, Betriebstüchtig erhalten geblieben.
Schauen wir uns doch die einzelnen Maschinen und ihre Geschichten etwas näher an:
P.S Ein grosses Lob geht an Thomas Brian, mit viel Liebe hat er Kompositionen der damaligen STB - Zeit nachgezeichnet und zusammengestellt.
Die Zuverfügungstellung der Daten ist nicht selbstverständlich, ganz herzlichen Dank!
. 1882 - 84 lieferte die Firma Krauss/München die in Lizenz in Linz/Oesterreich gebauten 6 E 3/3 an die Lake Valley Railway
Versuchshalber, zum Schutz gegen den Strassenstaub, versah man die Nr.2 Birrwil mit einer Triebwerksverkleidung.
Schön ist auch die Einrichtung der Heberleinbremse auf Dach und Kamin sichtbar.
Die Maschinen liefen vor Personen wie Güterzügen.
.
. Die Nummer 1 Hochdorf war Leistungsschwächer als ihre Schwestern Nr. 2 - 6.
5 weitere baugleiche Maschinen lieferte Krauss in die damalige K und K Monarchie, ob sie ebenfalls für die STB bestimmt waren und infolge der zu schwachen Leistung nicht übernommen wurden, bleibt offen.
Nummer 4-6 fielen 1910 dem Depotbrand von Hochdorf zum Opfer.
. Nr.3 Beinwyl, hier eine Aufnahme zu Zeiten, als sie von 1912 bis 1965 bei der Zementfabrik Holderbank ihren Dienst versah, das rettete ihr in Folge das Leben.
Sie erhielt wie die Schwestermaschinen einen grösseren Kessel und Rostfläche und dadurch mehr Leistung.
P.S Daten sowie Pläne zu den Maschinen finden sich unter dem Abschnitt: Pläne /Skizzen.
Foto. Hansrudolf Lüthy
.
.
. Mosen: Einzige erhalten gebliebene E 3/3 ist die Nr.3 Beinwyl.
Auf der Fahrt im Oktober 1997 nach Hochdorf, passiert sie das bestens dazu passende Semaphor.
Foto: Doris Ammann
.
.
Nr.7 posiert vor dem 1907 eröffneten neuen Bahnhofsgebäude von Baldegg.
Die beiden zugkräftigen Loks wurden vorwiegend wie geplant, im Güterzugsdienst eingeteilt.
Sammlung: Daniel Ammann/ Seppi Tanner
.
.
.
Auf dem Fahrplan von 1903 ist die Lenzburg abgebildet.
Nummer 7 Lenzburg:
1896 Ablieferung SLM an Schweizerische Seethalbahn.
1912 wird sie nach Paris verkauft wo sich ihre Spuren verlieren.
.
.
. Ein Foto aus der SBB- Zeit, nurgerade 7 Jahre trug die Maschine diese Nummer.
Nummer 8 Wildegg:
1897 Ablieferung SLM an Schweizerische Seethalbahn
1912 Verkauf an die Kriens-Luzern-Bahn und verkehrte dort als Nr.2.
1926 Verkauf an SBB unter der Nr.8652 in Betrieb.
1933 Verkauf an das Zementwerk St.Maurice als Werklok.
1963 Ausrangierung.
. Betriebsfoto aus den 14 Jahren Betriebszeit bei der Kriens Luzern Bahn.
.
.
.
Vom Typ her praktisch Baugleich, nicht aber durch SLM gebaut, standen die Maschinen der Südostbahn für die STB Maschinen, Pate.
Hier presentiert sich die SOB Nr.4 Schwyz nach deren prächtigen Aufarbeitung durch die Dampfgruppe der OeBB, 2007 in Balsthal.
Heute befindet sich die Maschine in Obhut des DVZO im Zürcher Oberland und lässt bei Dampffahrten ihren Sound wie anno Dazumal hören.
Ed 3/3 Nr. 7 Lenzburg
.
.
.
. Menziken 1906: nur 4 Jahre fuhren Dampfzüge nach Beromünster.
Hier steht eine der vier STB Ed 3/4 beim Wasser fassen, vor dem neu eröffneten Bahnhof.
Sammlung Walter Weibel
.
. Nummer 11: hier ein Foto aus der Zeit bei der HWB
1902 Ablieferung durch SLM an Schweizerische Seethalbahn.
1914 Verkauf an die Huttwil-Wolhusen-Bahn dort erhält sie die Nr.17.
1926 Verkauf nach Le Creusot in Frankreich
1956 Ausrangierung
.
.
Nummer 12: posiert zur STB-Betriebszeit von 1902bis 1911 im Bahnhofsareal von Luzern.
1902 Ablieferung durch SLM an Schweizerische Seethalbahn.
1916 Verkauf Richtung Italien zur Societa Veneta wo sie die Nr.SV 361 erhält.
1950 Verkauf an Ferroviaria Italiana die Nummer wird beibehalten.
1959 Verkauf an Ferrotramviaria Bari die Nummer bleibt erhalten.
1965 Ausrangierung.
Archiv: VHS
.
. Nummer 13 posiert 1904 auf der Drehscheibe von Wildegg.
.
. Ein Betriebsbild der Nr.13 zu Zeiten aus der 50-jährigen Laufbahn bei der Sodafabrik.
1902 Ablieferung durch SLM an Schweizerische Seethalbahn.
1915 Verkauf an Sodafabrik Zurzach wo sie treue Dienste verrichtet.
1965 Ausrangierung und danach leider verschrottet.
. Nummer 14: stellt sich 1904 Fabrikneu in Pose.
1904 SLM liefert nach 2 Jahren Unterbruch die 4.baugleiche Ed 3/4 Maschine an die Schweizerische Seethalbahn.
1916 Verkauf an Societa Veneta wo sie die Nummer 360 erhält.
1950 Verkauf an Ferroviaria Italiana Nummer bleibt erhalten.
1959 Verkauf an Ferrotramviaria Bari Nummer SV 360.
1966 Ausrangierung.
Archiv: VHS
.
. Zwischen 1959 und 1966 verkehrte die Lok zwischen Bari und Barletta im fernen Apulien /Italien entlang der Meeresküste.
Das Foto zeigt die ehemalige STB Lok 14 als SV 360 zusammen mit der Diesellok D.E. 01 der Heute noch existierenden Privatbahn Ferrotramviaria*.
* Stadler Rail in Bussnang lieferte im Frühjahr 2009, also 43 Jahre nach verschwinden der SLM Lok, modernste Triebzüge an das Unternehmen und hält damit den Schweizer Bahnbau in Ehren!
. SLM fertigte ab 1902 erstmals für die Seethalbahn, später für diverse Privatbahnen von kleinen baulichen Details mal abgesehen, baugleiche formschöne Mogulloks als Einheitsbauart für Nebenbahnen.
Die Ed 3/4 Nr.51 der ehemaligen Bern Schwarzenburg Bahn presentiert sich hier als würdige Vertreterin dieser Bauart.
Die Tatsache, dass die dem Verein 51 gehörende Lok nach 10- jähriger Hauptrevision am 12.Juli 2008 erstmals wieder wie neu, unter Dampf steht, lässt uns diesen Typ etwas näher betrachten.
Die Maschine wird übrigens durch den Verein Dampfbahn Bern, die sie liebevoll restauriert hat, als Leihgabe betreut.
Nebenbei gesagt: zusammen mit der STB E 3/3 Nr.3 tat sie Jahrelang in der "Zementi" Holderbank Dienst.
Foto: Daniel Ammann
.
. Frontansicht der Ed 3/4
Foto: Daniel Ammann
.
Detailstudie am Gestänge
Dank der mustergültigen Aufarbeitung können wir Heute solch herrliche Bilder geniessen!
Foto: Daniel Ammann
.
. Auf dem Abschnitt zwischen Büren an der Aare und Solothurn stehen noch die alten Haltesignaltafeln aus der Dampfepoche.
Der Anblick der Maschine auf freier Strecke ohne störenden Fahrdraht spricht für sich!
Foto: Daniel Ammann
.
. Prächtig hebt sich die dampfumhüllte Mogullok vor dem nahen Jura ab.
Foto: Daniel Ammann
.
Ed 3/4 Nr.12 1903 mit 2 Bufettwagen BCr4 und Postwagen
.
. Beinwyl: soeben rangiert eine E 2/2 an einen der 3 Bc 19-21, damit ist die Komposition bereits komplett.
.
. Diese 1903 wiederum durch SLM gelieferten Tramway E 2/2 Lokomotiven waren für den Lokalverkehr bestimmt.
Auf den steigungsreichen Abschnitten waren sie mit einem Wagen bereits an ihrer Lastgrenze angelangt.
Ihr Vorteil war die Einmännige und dadurch kostensparende Betriebsführung.
Stirnwandtüre und Umlaufgeländer erleichterten die Bedienung.
Nummer 21:
1916 Verkauf an Chemie Kallnach.
1928 Verkauf an Moos in Emmenbrücke.
1966 Ausrangierung.
Archiv:VHS
.
. Nummer 22:
1912 Verkauf an Fives Lilles in Givors/ Frankreich
? Verschollen.
Archiv: VHS
.
Ed 2/2 Nr.22 mit ex.NOB Wagen und BC9 um 1905
Ed 2/2 Nr.22 mit ex.SCB Vierachser der Serie C4 27-30 und 34