Der Bau des Seitenastes nach Beromünster erfolgte in 2 Etappen.
Ursprünglich wollte die Seetalbahn via Suhr -Gränichen das Wynental erschliessen.
Zunächst musste aber die Umsetzung des Seitenastes nach Reinach eingelöst werden für den man ja den Bundes-Kredit u.a für die Fertigstellung des Hauptstrangs bis Lenzburg als Grundbedingung erhielt.
Die Konzession indes erhielt 1890 die Schmalspurige WSB, die 1904 ihrerseits von Aarau bis Reinach und Menziken ihren Betrieb aufnahm.
In Folge tobte ein erbitterter Krieg um die Verlängerung bis (Bero) Münster zwischen diesen beiden Lagern die nur wenige Meter auseinander parallel fuhren.
Die Seethalbahn gründete Dabei eigens eine neue Bahngesellschaft, die Reinach-Münster-Bahn RMB.
Dabei stand die Option einer Verlängerung ab Münster in 2 Abzweiglinien:
Einerseits nach Sursee und Andererseits nach Rothenburg, für die die Baupläne bereits gezeichnet waren zu Traktandum .
Schlussendlich fällte der Bundesrat Mitte September 1905 den Entscheid zugunsten der STB.
Zwischen 1887 und 1906 war Reinach/Menziken, Endstation der STB-Züge.
Gleichzeitig aber auch Betriebszentrale, begannen oder endeten doch alle Lokumläufe hier!
Mit der Betriebsaufnahme erhielt Menziken einen Eigenen Bahnhof.
Betrieblich hatte die Strecke einen Europaweit einzigartigen Gefällsbruch vorzuweisen.
Zwischen Beinwil und Reinach Unterdorf wurden 38 Promille Steigung und sogleich 37 Promille Gefälle realisiert.
Auch mit dem Bau von 2 Brücken Reinach und Menziken unterschied sich dieser Seitenast von der Hauptlinie.
Heute steht nur noch das AG und der Güterschuppen von Beromünster, die restliche Infrastruktur wurde abgebaut!
Auf dem ehemaligen STB-Teilstück Reinach bis Menziken fährt Heute, sinnigerweise die WSB bis zur neun Endstation Menziken.
Die geplanten beiden Verlängerungen wurden indes nie realisiert, der aufkommende Busverkehr hatte diesen Träumen den Garaus gemacht.
Datenblatt:
Eröffnet: 23.01.1887 Beinwil am See - Reinach
1.10.1906 Reinach - Beromünster
Stillegung: 31.05.1992 Personenverkehr
31.10.1999 Güterverkehr Beromünster - Menziken
30.06.2001 Reinach - Beinwil am See
Distanz: 3.170 Km / 4.850 Km Total = 8.020 Km
Steigung: 39 Promille ( Ausfahrt Beinwil am See)
Elektrifikation: 1.9. bis 1.12.1909 Versuchsbetrieb / 10.5.1910 Regulär
Höhendifferenz: 520 m Beinwil am See / 650 m Beromünster
Fahrzeit 1909: 15 min
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Betriebsbild 1969: die Ce 6/8 III 13304 passiert mit leeren Kniewagen die kleine Haltestelle.
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. Rückgebaut.
Privat erhalten ist das Klappscheiben-Vorsignal! Kein Stellwerk vorhanden
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. Januar 2003: Rückbau, bald gehts dem Vorsignal und Haltestelle an den Kragen.
Archiv: Ernst Seemann
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. Im Januar 2003 entschwindet die Brücke zwischen Beinwil am See und Reinach Unterdorf.
Kurz danach werden Wiederlager und Bahndamm ebenfalls rückgebaut.
Archiv: Ernst Seemann
Herstellerschild der Brücke
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1907: die Verlängerung bis Münster ist in Betrieb, der Name wurde in Reinach STB umgewandelt.Noch herrscht Dampfbetrieb.
Schön wird auf dieser Postkarte das Ambiente der damaligen Zeit wiedergegeben.
Foto: Archiv Daniel Ammann
Rückgebaut
Das Stellwerk Domino 69 kam 1977 in Betrieb.
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Betriebsbild 1990: die Ae 6/6 hat ihre bescheidene Last ans Endziel gebracht und rangiert den Wagen an die Rampe.
2006: Der ehemalige STB Bahnhof von 1887, hat dem modänen Zweckbau an genau gleicher Stelle, der schmalspurigen WSB Platz gemacht.
Der Abriss erfolgte am 10.Oktober 2001. Heute errinnert hier Nichts mehr an die STB.
Foto: Daniel Ammann
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1916: Bis Mitte der 40-Jahre war das links im Anbau durch Witwe Merz betriebene Buffet, in Betrieb.
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. Rückgebaut, letzte Reste von Gleis 20 vorhanden!
Zeitlebens kein Stellwerk vorhanden!
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Betriesbild 1992: nur noch wenige Wochen verbleiben dem Dienstpersonal und BDe 4/4 Triebwagen für den Personenverkehr, auf dem zum Untergang geweihten Bahnhof von 1906.
Foto: Erwin Suter
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14.2.2001: der Abbruch ist im vollen Gange.
Ein letzter Rundgang führte mich u.A auch in den ehemaligen Weinkeller hinunter.
Das Krachen und Erschüttern des ganzen Gebäudes durch den gleichzeitigen Einsturz des Dachstockes, liess mich im tiefen Gewölbe erschaudern. Nachdenklich schlich ich mich hinaus, ein letzter Blick zurück...
Foto: Daniel Ammann
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2006: Von der Infrastruktur der ehemaligen STB ist Nichts mehr zu finden.
An Ihrer Stelle ist der WSB Schmalspur - Endbahnhof samt Remisenhalle in Lichtdurchfluteter Bauweise entstanden.
Foto: Daniel Ammann
1907: Emsiges Treiben belebt die Szenerie mit Landwirtschaftlichen Fuhrwerken und dessen Besitzer-Famillien, an diesem bewölkten Herbsttag.
Als Rangierlok ist eine der 2 kleinen E 2/2 in Münster eingeteilt.
Dampfloks fuhren nur gerade 4 Jahre in diese höchstgelegene Station im STB Netz.
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Noch sind im Spätsommer 1906 die Arbeiten nicht abgeschlossen und die Dachdecker beschäftigen sich am Güterschuppen.
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Rückgebaut
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. Stellwerk Bruchsal J aus dem Jahre 1935.
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. Betriebsbild 1992: Gesamtüberblick mit Remise und einem BDe 4/4 auf Gleis 2.
In wenigen Tagen wird der Personenverkehr eingestellt sein.
Neben dem rechten vorderen Remisenecken ist der Original Wasserkrananschluss noch in Betrieb!
Nur die Willkür eines Einzelnen vereitelte die Uebernahme der ganzen Strecke zwecks eines Museumsbetriebs, an den SBB notabene wars nicht gelegen!
Als letzter Zug verliess am 2.1.2000 die Dampflok Beinwyl ihr bisheriges Domizil.
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. . 15.8.2007 Von Remise und Gleisanlagen Weit und Breit keine Spur mehr.
Ein Busterminal und Parkplätze ist an dessen Stelle getreten. AG und Schuppen indes blieben erhalten.
Foto: Daniel Ammann
14.4.2009: abermals hat sich das Bild gewandelt:
Neu ist ein Anbau ans ehemaligen AG beigefügt worden und verdeckt nun den Güterschuppen und die ehemalige Ein/ Ausfahrt restlos.
Foto: Daniel Ammann
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. Verloren steht der ehemalige Güterschuppen da, Bahnwagenladungen werden hier nie mehr umgeschagen.
Auf dem ehemaligen Gleisfeld haben sich Parkplätze breit gemacht.
Foto: Daniel Ammann
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Mitte Dezember 2007 wurde mit der Auffüllung der Ein/Ausfahrt begonnen.
Damit wurde wohl auch die Option einer späteren WSB-Verlängerung Menziken bis Beromünster beerdigt!
Im Hintergrund das ehemalige Bahnareal und was davon noch Uebrig ist.
Foto: Ernst Seemann
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Noch eine traurige Ansicht: langsam verschwindet die Einfahrt unter dem Erdwall.
Die Brücke im Vordergrund wird ebenfalls abgebrochen, zusammen mit dem Einschnitt entschwindet nach 101 Jahren ein weiteres Kapitel Seetalbahn.
Foto: Ernst Seemann
. April 2009: das ist aus der Strecke geworden:
per Muskelkraft darf man nun auf einem Veloweg die ehemalige Reinach Münster Bahn, abstrampeln.
Foto: Daniel Ammann
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. Ein Bild aus besseren Tagen:
1910 befindet sich der fabrikneue Triebwagen BCe 4/4 Nr.51 im besagten Einschnitt von Münster.
Archiv: Verkehrshaus Luzern
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Eine Vision die nie gebaut wurde: von Münster nach Sursee
Ein Hauptanliegen der Gemeinde Bero(münster), dass überhaupt eine Bahn ihren Ort erreichen sollte, war deren Fortsetzung nach Sursee. Konnte doch gegenüber der Reise über Beinwil am See glattweg eine habe Stunde Reisezeit eingespart werden.
Zwischen 1912 und 15 erstellte das Zürcher Ingenieurbüro Renner ein konkretes Projekt. Die Bahn sollte 12.5 Km lang werden und 1.7 Mio kosten.
Gleichzeitig erarbeitete ein gewisser Luzerner Ingenieur Carl Frey 2 weitere Projekte mit verschiedenen Linienführungen aus.
Die 1.Variante führte über Schenkon den Zopfenberg hinauf via Tann - Chommlen nach Münster.
Die Maximalsteigung sollte 37 Promille wie auf dem Abschnitt Beinwyl -Münster betragen.Er berechnete die Kosten für die 11.6 Km auf ca. 2.2 Mio.
Die 2.Variante über Zellfeld - Rutsch - Grütmatt - Chommlen- Münster hatte eine Länge von 10.8 Km kostete 2.8 Mio. und hatte eine Steigung von satten 50 Promille!
. Die Karte zeigt die Linienführungen von Ingenieur Frey.
Die durchzogene Linie zeigt die oben beschriebene Variante1 von 1915.
Die gestrichelte Linie, die überarbeitete Version derselben von 1919.
Frey entschied sich für die 1.Variante mit der geringeren Steigung, auch hier sollte der Minimalradius jedoch nur 160m betragen.
Zwischen der Gemeinschaftsstation Sursee Stadt der Sursee Triengen Bahn ST und Münster STB sollten 2 Haltestellen zu liegen kommen, Schenkon und Tann-Chommlen. Betrieben sollte die Sursee - Münster - Bahn entweder mit Dampfloks der ST oder wahrscheindlicher, mit dem STB Stromsystem.
In Eigenregie konnte jedoch die SMB nicht verzinst werden sie hätte deshalb durch eine der beiden Gesellschaften betrieben werden müssen.
. Beromünster kurz vor dem Abbruch, die Fahrleitung liegt bereits am Boden!
Beim rechten Prellbock hinter der STB Remise im Hintergrund, also Gleis 6, hätte die Ausfahrt nach Sursee begonnen.
Die Pläne für eine Remisen- Erweiterung auf 2 Stände waren bereits geeichnet.
Nach 4 Jahren des Abklärens und Abwägens zwischen STB und ST unterbreitete Frey 1919 noch eine letzte überarbeitete Studie der weiterverfolgten Variante.
Ab Sursee Stadt folgte die Linie weitgehend parallel der ST-Strecke bis Geuensee.
In einer scharfen Rechtskurve via Bodenmatt abzweigend, wieder den Zopfenberg in spektakulären Serpentinen hinauf bis Tann, via Gunzwil nach Münster.(siehe Karte oben)
. Der Blick geht vom Nordufer des Sempachersee hinüber an den Zopfenberg.
Vorne am rechten Seeufer liegt Schenkon, im Hintergrund auf halber Höhe, Tann.
Alles Planen sollte jedoch vergebens sein, die Zeit hatte die Bahnbauer überholt.Mit dem Aufkommen des Automobils war die Zeit der Nebenbahnen abgelaufen.
1925 nimmt die Postautolinie Sursee - Bero(münster) ihren Betrieb auf.
Vom ursprünglichen Eisenbahnstrang, Beinwil am See bis Sursee, sind einzig das Bahnunternehmen ST und seine Fahrdrahtlose Strecke übrig geblieben.
2 Postautokurse vermitteln Heute via Beromünster diese einstige Vision auf Schienen.
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. Geuensee: hier wäre die Sursee Münster Bahn auf die Geleise der ST gestossen.
Das Bild entstammt der Sommer Ausgabe 2009 der Zeitschrift Semaphor.
Uebrigens: wer sich für den im Bild festgehaltenen Dampftriebwagen der ST näher intressiert, sei der sehr intressante Bericht ab Seite 20 ans Herzen gelegt.
Ob er wohl seinerzeit auch nach Münster gedampft wäre?